Männerachter unterliegt dem französichen Meister im Fotofinish

In Südfrankreich lockte eine Regatta auf dem Lac d’Aiguebelette. Zehn Bahnen, ehemalige WM-Strecke, Alpen, Croissants und Baguettes – es gab kein langes Zögern innerhalb der Mannschaft, sich am 7. Mai auf die 1100km lange Fahrt zu machen.

Drei Pausen mussten bei dieser Fahrt genügen, denn es galt, keine Zeit zu verlieren. Die Stimmung war „angarisch ausgelassen“.  Mitten in der Nacht, gegen 3:00 Uhr, kamen wir im gefühlten Nirgendwo an. Die nette Dame des Navigationssystems kündigte uns das Erreichen des Zieles an. Nach kurzer Fahrt fanden wir den Sattelplatz. Von einem Zeltplatz fehlte allerdings jede Spur. Ein Blick auf unser Fahrzeug (oder vielmehr ein Riecher an diesem) stellte klar, dass hier geschundenes Material abzukühlen hatte. So entschlossen wir uns zu einer Nacht unter freiem Himmel – ein Déjà-vu aus Maribor 2009 durchzog die Synapsen.

Am nächsten Tag wurden wir von einer netten Betreuerin eingewiesen – leider mussten wir feststellen, dass aufgrund einiger Abmeldungen ein Vorlauf am Samstag entfiel. Bei blauem Himmel und schönem Sonnenschein ließen wir stattdessen das Alpenpanorama auf uns wirken – einfach großartig. Der Samstagabend lockte mit einer Einladung zum Essen und anschließendem studentischen Austausch. Die Franzosen wussten die Hannoversche Crew mit Freibier zu locken und sorgten von der ersten Minute an für ausgelassene Stimmungen.  Die Angarische Crew ging in ihrer Vorbereitung allerdings auf Nummer sicher und reiste mit umfangreichen Equipment an: Mannschaftszelt, Stromaggregat, Musikanlage, neueste Lichttechnik für einen bunten Abend und eine Zapfanlage mit entsprechendem Zubehör sollten einen reibungslosen Abend sichern. „If you want more, you have to go to the Germans“ wurde zum vielgehörten Satz.

Der Sonntag begann früh – um 7:45 Uhr wurde die hannoversche Mannschaft im „Salad-Bowle-Race“ mit den anderen Mannschaften gemixt – es war ein großer Spaß, auf diese Weise internationale Boote zu bilden. In der Mittagszeit kam dann die Stunde der Wahrheit: es galt, 1000m gegen die internationale Konkurrenz und den französischen Meister zu bestreiten. Beim Wassern machte sich allerdings Unruhe breit, denn der achte Mann fehlte. Nach einem Ausbleiben seines Auftauchens mussten wir schnell umdisponieren. Der Steuermann wurde zum Ruderer, ein französischer Tourist zum Mann an den Steuerseilen. Mit diesem Schock ging es an die Startbrücke. 750m konnten die Angaren die Führung absichern, doch dann machte sich der fehlende Steuermann bemerkbar. Auf der Außenbahn ging der französische Meister zum Endspurt über, und die Angaren fuhren sich aufgrund fehlender Ansagen „fest“. Das Fotofinish verriet, dass Hannover mit einer Handbreite unterlag – denkbar knapp und ärgerlich. Der fehlende Medizinstudent blieb nicht, wie schon befürchtet, krankheitsbedingt fern, sondern ließ sich im Bulli einschließen – ein Öffnen der Türen von innen war nicht möglich (vielen Dank VW).

Um 4:30 Uhr des Folgetags setzte die Mannschaft wieder einen Fuß auf angarisches Gelände!

 

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